2009

ANDACHT: MENSCH werde Mensch

Andacht: MENSCH werde Mensch

Gott kommt zur Welt. Er kommt uns nahe, tritt ein in unser Dasein. Zuerst hören Hirten auf dem Felde die gute Nachricht: „Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“ (Lukas 2,10-11).

Das ist die Story – bis heute. Wer kann das wirklich erfassen? Christus ist einer von uns, ein Mensch! Jesus lebt unser Leben – und das in seiner schwierigsten Variante. Eine zweifelhafte Geburt außerhalb der Ehe. Als Kind wird er bereits zum Flüchtling und ist mit Maria und Josef ein Ausländer in Ägypten. Jesus gehört zum jüdischen Volk. Unschuldig gerät er ins Räderwerk der Mächtigen und wird schmachvoll hingerichtet. Das alles hat Jesus ausgehalten, durchgehalten und überwunden.

Der Besuch jedes Weihnachtsmannes ist glanzvoller als die Geburt des Gottessohnes. Vielen ist ein Gott zu schlicht, der im Stall zur Welt kommt und am Kreuz aus der Welt geht. Viele hätten ihn gern in einer besseren Ausführung. Nicht so ärmlich. Nicht so blutig. Aber der lebendige Gott kommt, wie ihn sich keiner ausgedacht hat. Gott ist in unserer Haut, versteht unsere Ängste und Zweifel, unsere Schmerzen und Nöte.

Gott will nicht zuerst unseren Lebensstandard verbessern. Er will unser Leben verändern. Er will uns nicht immer geben, was wir uns gerade wünschen. Er will uns geben, was wir brauchen. Ein neues Leben. Einen neuen Anfang, die Chance, noch einmal zu starten - wie ein Kind in Windeln.

Gesegnete Zeit!
Egmond Prill

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